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Velomobile sind zwar alles Andere als ein alter Hut, aber ihre Vorteile hat Wilhelm Wolf in seinem Büchlein "Fahrrad und Radfahrer" (erschienen 1890 in Leipzig) schon vor weit über 100 Jahren wie folgt treffend beschrieben:

Warum reiten wir doppelsitzige Maschinen?

«Eine ungewöhnliche Verbreitung haben in den letzten Jahren die doppelsitzigen Dreiräder, aber auch die doppelsitzigen Niederen Zweiräder gefunden.
Und das ist auch leicht erklärlich, denn es ist nichts angenehmer, als sich mit einem Gefährten oder einer Gefährtin auf einer und derselben Maschine zu ergehen. Fährt man in Gesellschaft eines oder mehrerer Genossen, von welchen jeder sein besonderes Vehikel unter sich hat, so ist das ja auch entschieden vergnügungsreicher, als wenn man allein auf der Strasse dahinsaust, aber von gegenseitiger Unterhaltung ist schon deswillen nicht viel die Rede, weil die Fahrzeuge nach polizeilicher Vorschrift nicht nebeneinander, sondern in gewisser Entfernung hintereinander zu fahren haben. Das Hinüber- und Herübersprechen beschränkt sich dann für gewöhnlich nur auf kurze Zurufe, kurze laut hingeworfene Fragen und ebenso kurze Antworten, und es macht einen eigentümlichen Eindruck, wenn man eine Anzahl Radfahrer hintereinander an sich vorüberfahren sieht. Denn da hört man gewöhnlich aus der ganzen Reihe keinen Laut, geräuschlos erscheint die Kolonne und geräuschlos verschwindet sie wieder, was natürlich nicht ausschliesst, dass es dann am erreichten Ziele hinter einem Glase schäumenden Bieres um so lauter zugeht.
Ganz anders, wenn zwei zu gleicher Zeit eine doppelsitzige Maschine benutzen; da hindert keine Entfernung den Austausch der Gedanken, und die Unterhaltung der Fahrenden miteinander ist umso reger, je rascher die landschaftlichen Bilder wechseln. Ungemein wird natürlich der Reiz einer solchen Fahrt auf doppelsitziger Maschine erhöht, wenn zwischen zwei Fahrenden verschiedenen Geschlechts zarte Beziehungen bestehen.»



Aus: Wilhelm Wolf, "Fahrrad und Radfahrer", Leipzig 1890

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